Crowdfunding Statistik

Sechs Jahre Crowdfunding in Sachsen

Im Mai 2014 habe ich damit begonnen, die Crowdfunding-Projekte in Dresden auch statistisch zu erfassen und das Ergebnis visuell aufzubereiten. Ein Jahr später vergrößerte ich den Radius der statistischen Erfassung auf ganz Sachsen und vor gut einem Monat habe ich noch einmal die visuelle Auswertung der Zahlen überarbeitet, um bessere Aussagen treffen zu können.

Der Grund war für mich relativ banal wie logisch. Wenn ich andere darin beraten möchte, auf was sie bei ihren Crowdfunding-Kampagnen achten müssen, gehört eigene Forschungsarbeit und statistische Auswertung dazu. Als Verfechter offener Bildungskonzepte kam hinzu, diese Ergebnisse allen zugänglich zu machen. So weit, so gut.

Jetzt, sechs Jahre nach dem Start von Crowdfunding in Deutschland, können wir auf diese Zahlen schauen und ein paar Aussagen formulieren. Hier also sind zwei Vorschläge von mir. Hervorheben möchte ich natürlich noch einmal, dass die Zahlen ausschließlich Reward-based Crowdfunding, also Crowdfunding mit Gegenleistungen wiedergeben und zum anderen sind es eben doch nur die Zahlen für Sachsen und es lässt sich aus diesen nicht auf andere Bundesländer und auch nicht auf einen Bundestrend schließen.

Crowdfunding hat sich als Strategie zur Finanzierung und als Marketinginstrument etabliert

Das zeigen die Zahlen schon mal ganz deutlich. Als wirkliches Wachstum würde ich das aber auch nicht bezeichnen. Es gibt eine stetige Anzahl von Crowdfunding-Projekten in Sachsen. Es werden zwar immer mehr, die Crowdfunding nutzen und auch mehr, die schon einmal ein Crowdfunding-Projekt über eine der Plattformen unterstützt haben, aber es gibt verhältnismäßig wenige „Wiederholungstäter“ unter den Projektstartern. Das minimale Wachstum, das man über die Zeit dann doch zu verzeichnen ist, findet übrigens nicht im Kultur-Bereich statt. Das entspricht aber auch einer gewissen Logik, die Feld, in denen Crowdfunding zum Einsatz kommt, wird halt insgesamt breiter.

Crowdfunding findet vor allem in den Großstädten statt

Das ist auch mehr als deutlich. Von den bisher 579 erfolgreich abgeschlossenen Projekten sind nur 79 nicht den Städten Leipzig oder Dresden zuzuordnen. Selbst Chemnitz hat es bisher nur auf 11 erfolgreich abgeschlossene Crowdfunding-Projekte geschafft, gleich viel wie übrigens auch Görlitz. Auch das entspricht einer gewissen Logik, denn die Crowd, die da aktiv wird, zeichnet sich durch eine hohe Vernetzung untereinander aus. Was zugrunde liegt, ist nun mal Kommunikation. Etwas ernüchternd ist die Sache mit den Großstädten, dass Sachsen insgesamt 4 Mio Einwohner hat, in Leipzig und Dresden zusammen aber nur rund 1.1 Mio davon leben. Das heißt also, wenn man mal die eher wenigen Projekte in den anderen Gebieten von Sachsen hinzufügt, dass für zwei Drittel der Sachsen Crowdfunding als Instrument gar nicht zur Verfügung steht. Crowdfunding ist auf diese Weise ein zuerst ein Instrument für Stadtkultur, der ländliche Raum bleibt hier weitgehend außen vor.

Zum Abschluss die Frage an euch: Welche Schlussfolgerungen zieht ihr ihr aus den vergangenen sechs Jahren Crowdfunding?

Hier geht es zur Crowdfunding Statistik für Sachsen.

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